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Der 3. Buch, Bier und Beschallung-Abend (bei Birgit =BBBbB)

Anwesende: Jan, Steffi, Birgit und Volkmar

Motto: Behinderungen  oder: „Ohne Rückenschwimmen macht mein Leben keinen Sinn"

Bier: Störtebecker (untergäriges norddeutsches Pils, schlanker Trunk mit Duft nach Zitrus und Grasnoten, kräftige Hopfung)

Bücher:

a)    Birgit mit „Elf ist freundlich und Fünf ist laut“ von Daniel Tammet

Klappentext:

Eine einzigartige Innenansicht des Autismus und zugleich ein faszinierender Einblick in die Kraft des menschlichen Geistes
Daniel Tammet ist ein Genie: Er rechnet schneller als jeder Computer dieser Welt und spricht zehn Sprachen. Zahlen nimmt er als Formen, Farben und Charaktere wahr. Für Hirnforscher ist er ein besonderer Fall: Seine erstaunlichen mentalen Fähigkeiten sind auf das Savant-Syndrom und eine gemäßigte Form des Autismus zurückzuführen. In seiner Autobiografie gibt der 29-Jährige Einblick in seine Wahrnehmung der äußeren Welt, seine Suche nach innerer Ruhe und die kurzen Momente des Glücks.

Meinungen:

Die Welt eines genialen Menschen, der Fremsprachen in kürzester Zeit lernt, spannend und unterhaltsam zu lesen. Er ist emotional behindert, aber ist man behindert, wenn man genial ist? Sehr intelligent, aber kaum kontaktfähig zu Mitmenschen, krass kontaktgestört, konnte aber wissenschaftlich Emotionen lernen (Asberger Autist). Es liest sich gut, da es sein Anliegen war zu schreiben, glaubhaft. Anders als Birger Sellin nimmt man es ihm ab.

b)    Birgit mit „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Moore“ von Mark Haddon

Klappentext:

Am liebsten wäre Christopher in einer Weltraumkapsel allein auf endloser Fahrt. Die Menschen, ihre Launen und Stimmungswechsel sind dem autistischen Jungen ein ewiges, kaum lösbares Rätsel. Seine Welt stellt sich als streng logisches Fakten- und Zahlenwerk dar. Er schätzt es nicht, angefasst zu werden, nimmt Speisen nur an, wenn sie einander auf dem Teller nicht berühren und nennt die Welt der Primzahlen sein Zuhause. Und Sherlock Holmes natürlich, der in seiner glasklaren Logik für den Jungen ein natürliches Vorbild darstellt. Folgerichtig schlüpft Christopher, als er Wellington, den Hund der Nachbarin Mrs. Shears, mit einer Mistgabel erstochen auffindet, in die Rolle des viktorianischen Superhirns.

Die Story, versehen mit zahlreichen Schautafeln, Zeichnungen und Tabellen aus Christophers überreicher Innenwelt, entwickelt gehörige Spannung und staubtrockenen Humor. Ganz gegen den Willen seines Vaters beginnt Christopher seine "Ermittlungen", wird mit einem mehr als unvermuteten Hundekiller konfrontiert, enttarnt ungeahnte amouröse Verflechtungen und löst so nebenbei das Geheimnis um seine "verstorbene" Mutter.

Wichtiger und spannender jedoch: Der Leser erhält ein seltenes und kostbares Seelenporträt eines Autisten. Wie lebt ein Junge, der das Mienenspiel seiner Mitmenschen nicht deuten kann? Der ihre metaphernreiche Sprache (Wörter wie "futtern" oder "Augapfel" sind für Christopher beständige Fallstricke) nicht versteht? Der immer die Wahrheit sagt? Dem ein strikter Tagesablauf alles bedeutet, neue Eindrücke hingegen zum gefährlichen Kollaps führen können? Durch den Spiegel von Christophers Auge erleben wir uns Menschen gleichsam als unlogische Geisteszwerge und emotionale Irrläufer, dauerbehindert durch Gefühle, Ressentiments, aber eben auch durch Zweifel und Skrupel. Mark Haddon hat uns mehr als einen Krimi geschenkt -- einen wundervollen Einblick in eine fremde Seelenwelt. --Ravi Unger

Meinungen:

Glaubhafter Autistenkrimi, fiktive Geschichte, Qualität der Recherche. Ein ausgedachtes Buch, wo jemand was schreibt, der es nicht hat, aber sich auskennt. Besser als „Unser Lehrer Doktor Specht“, wobei es schwierig ist, Bücher über berufsspezifische Dinge zu lesen.

c)    Jan mit „Der Tag, an dem mein Bein fortging“ von Oliver Sacks

Klappentext:

Auch Ärzte werden zuweilen Patienten; allerdings hört man sie selten davon reden. Und es fragt sich, ob sie die Erfahrung von gewöhnlichen Kranken machen, denn sie haben ihnen etwas Entscheidendes voraus: das Wissen. Umso überraschender, tröstlicher, amüsanter ist ein neues Buch des britischen Neurologen Oliver Sacks, das von der Hilflosigkeit berichtet, die aus der Ahnungslosigkeit entsteht, weil sie die Erlebnisse ohne Vorbereitung über den Kranken hereinbrechen läßt. (FAZ)

Meinungen:

Ein Mann wird durch die Luft gewirbelt und ein Leben verändert sich, von jetzt auf gleich. Panik, Beinverletzung, ein Stier in Norwegen, gerettet, aber nicht ohne Folgen: Da ist was anders als vorher, auch wenn die Mediziner es zusammenbauen. Eine sehr persönliche Vorstellung („Ich finde mich da schon wieder). Körperlich super aufgestellt, im nächsten Augenblick beraubt, der Geist sucht nach Erklärungen. Medizinisch muss alles funktionieren, aber es tut es nicht. Ein Burn-Out eines Körperteiles sozusagen. Es tut sich nichts, denn da ist was fremd geworden. „Sie versuchen es ja auch nicht richtig!“ Ein Vorwurf der nagt, eine Funktionsstörung meiner Selbst. Entfremdet vom Bein (oder was auch immer). „Wenn du lange genug in den Abgrund blickst, blickt der Abgrund irgendwann in dich hinein“ (nach Nietzsche). Quasi ein Phantomschmerz anders rum. Wie kommt man ins Handeln, ins Akzeptieren? Es geht ums Verstehen. Ums Selbstbild.

d)    Volkmar mit „Der Fliegenfänger“ von Willy Russel

Klappentext:

"... und so, lieber Morrissey, wurde ich zu dem kleinen Perversling gemacht, der seine Schulkameraden am Ufer des Rochdale Canals zur sadistischen Massenmasturbation angehalten hat!" Raymond Marks weiß, der ehemalige Smiths-Sänger würde ihn verstehen. Dabei hatte der Elfjährige doch nur seinen Kumpels die geniale Methode empfohlen, wie man mithilfe seines Gemächts Fliegen fangen konnte. Niemand, nicht einmal der Schuldirektor fand das komisch. Schulkarriere beendet, Essstörung, Katzentisch der Gesellschaft. Ganz allmählich dämmert dem Träumer Raymond, dass er immer der falsche Junge im falschen Leben voller Lügen und fauler Kompromisse sein wird (The Wrong Boy, so der Originaltitel), nur noch verstanden von seiner Oma und Morrissey eben, diesem so tief verstörten wie empfindsamen Seelenverwandten, dessen Songs die Stützpfeiler in Raymonds Überlebensphilosophie bilden. Wie immer, wenn es von der Insel stammt, ist das Tieftraurige zugleich auch zum Brüllen lustig.

Meinungen:

Sich wenden an Morrissey. Das kann ich nachvollziehen. Wenn es schräg läuft, dann läuft es schräg und häufig sind es die Zufälle, die das Leben in die eine oder andere Richtung lenken. Hier geht es um gesellschaftliche Behinderung und ein behindertes Selbstbild. Eins bedingt das andere und beides beruht auf ganz viel Nichtverstehen, Nichtzuhören, Nichtzuwenden und Selbstverliebtheit. Es gibt Leute, die ziehen das Versagen irgendwie an, aber hier liegt der Irrsinn darin, dass er erst in der Psychiatrie zu sich kommt und erkennt, dass er nicht normal sein muss.

Beschallung:

Morrissey – Ringleader of the Tormentors und Morrissey, you are the Quarry

Diskurs:

Tanzbehindert oder nicht? Darf man Leute beim Tanzen zu eigenen Studien missbrauchen und dürfen sie einem Leid tun oder lässt man sie denn einfach in Ruhe? Ist ein Unterschied sich gruppenmäßig gezwungenermaßen zu bewegen oder einfach nicht können, aber Bock drauf? Bier hilft da auf jeden Fall.

Ausblick:

Am 6.3.14 bei N.N., Thema: Es geht weder um Helden, noch Märchen, noch Wurst (wobei mir da spontan 2 Bücher einfallen), sondern um „Zufällige Begegnungen“: Der Stier auf der Wiese, die Frau in der Bar, der Geldkoffer auf der Parkbank, die Faust im Gesicht, der Fleck auf dem Hemd,…wie immer weit gefasst…

Inspiration:

 

15.2.14 23:03
 
Letzte Einträge: Medien 2016, und es geht weiter...immer weiter, 25.-26.08.2017, Comunio-King, Line up Obernair


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